Ein kleiner technischer Zwischenruf für die Werft-Akten: Auch wenn es dicht beieinander liegt, reparieren wir hier keine Antriebswelle, sondern das absolute Herzstück deiner Manövrierfähigkeit – die Ruderwelle und das Ruderblatt.
Ein schwammiges Gefühl auf dem Ruder oder Rostspuren beim Auskranen sind oft die ersten Warnzeichen für einen unsichtbaren, aber gefährlichen Defekt. Bei diesem aktuellen Projekt hat sich die massive Edelstahl-Ruderwelle komplett vom umgebenden GFK-Laminat des Ruderblatts gelöst.
Durch die entstandenen Haarrisse und Spalten drang über längere Zeit ungehindert Wasser in den inneren Kern ein. Das Ergebnis: Das Ruderblatt hat sich komplett vollgesaugt (ist „wassergeloggt“) und die innere Struktur ist dauerhaft geschwächt. Da kosmetisches Spachteln hier lebensgefährlich wäre, hilft nur eins: Das Ruderblatt muss komplett erneuert und kraftschlüssig neu aufgebaut werden.
Die Sanierungsschritte in der Werkstatt:
Demontage & Schadensanalyse: Das defekte Ruderblatt wurde gezogen, um die Trennung von Metall und Kunststoff sowie das Ausmaß der Durchfeuchtung exakt zu begutachten.
Vorbereitung der Welle: Die Edelstahl-Ruderwelle wird von alten Laminatresten und Korrosion befreit, damit der spätere Verbund bombenfest hält.
Struktureller Neuaufbau: Ein neues Ruderblatt wird unter Vakuum und mit speziellen Epoxidharzen formstabil um die Welle herum laminiert. So entsteht wieder eine absolut wasserdichte, hochfeste Einheit.
Sicherheit auf dem Wasser fängt beim Ruder an – wir sorgen dafür, dass der Kurs wieder stimmt!
Ein Beitrag aus der
Rathje Werft in Kiel
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